Big B

Es war einmal vor langer Zeit in einem Land auf der anderen Seite des Atlantiks eine starke und äusserst attraktive Biene. Die Biene war aber keine normale Biene, sie war ein Universalgenie: Dichterin, Boxerin, Bildhauerin, Schauspielerin und Unternehmerin zur gleichen Zeit und in jeder Disziplin eine Meisterin ihres Fachs.

Die Leute erlagen scharenweise ihrem Charme. Sie nannten sie liebevoll “The Big B”. Es gab niemanden, der diesen Namen nicht kannte, niemanden, der sie nicht liebte gar vergötterte. Sie war ein Weltstar, zuhause auf den roten Teppichen, an Premieren und Vernissagen. Sie spielte in der Liga der ganz Grossen, hatte Einladungen aus dem Weissen Haus und dem Buckingham Palace und Maddox von Brangelina war ihr Patenkind. Ja, das Leben meinte es gut mit ihr. Sie war unvorstellbar erfolgreich.

Doch wie so oft kam nach dem hohen Flug der tiefe Fall. Anfang nahm das Unheil mit einem kleinen Gastauftritt bei South Park. Die Macher der Serie getrauten sich, was niemand zuvor wagte und mokierten sich gering über den leichten ausländischen Akzent, den Big B in der Hoffnung annahm, mit diesem noch mehr Fans in Europa gewinnen zu können. Die Sendung war nicht böse, sie war harmlos und noch heute beteuern die Verantwortlichen bei South Park, dass sie die grössten Verehrer von Big B waren. Aber Big B verstand keinen Spass und klagte gegen die Sendemacher. Im Rahmen dieser Geschichte, die eine riesige Medienaufmerksamkeit hervorrief, kamen viele nicht gerade schmeichelhafte Details über Big Bs Leben zum Vorschein. Es kursierten Gerüchte über eine Mitgliedschaft bei den Scientologen, Affären mit Minderjährigen und Machenschaften mit dubiosen Gestalten aus dem Umfeld der Mafia. Big B verfing sich immer stärker in einem engen Netz aus Drogen, Schulden, Lügen und Gewalt. Die Menschen mochten die dunkle Seite Big Bs nicht und kehrten ihr den Rücken zu. Sogar ihre besten Freunde liessen sie im Stich. Auf einen Schlag war sie ganz alleine auf der Welt. Sie fühlte sich unendlich einsam und füllte diese Leere mit unglaublich viel Essen bis sie kugelrund war.

So zogen die Jahre ins Land. Die Menschen vergassen Big B und sie wäre um ein Haar komplett aus den Erinnerungen gelöscht worden, wäre da nicht das kleine Schweizer Musikfestival B-Sides gewesen. In den tiefsten Wirrungen des Internets fanden die Macher des Festivals Spuren des Lebens von Big B und mit Hilfe eines teuren Privatdetektivs aus Los Angeles konnten sie ihre heutige Adresse ausfindig machen. Das B-Sides lud diesen alternden und mittlerweile etwas tollpatschigen Star ein, das Maskottchen für die siebte Ausgabe des Festivals zu werden. Big B sagte ohne zu zögern zu. Die Aussicht, ihre Karriere in Europa ein zweites Mal zu lancieren, war derart verlockend. Die Nachricht ihres Engagements breitete sich aus wie ein Lauffeuer. Auf einen Schlag erinnerten sich die Leute an diese vergessene Heldin alter Tage. Die Superlativen steigerten sich von Sensation über Highlight des Jahres bis zum Weltspektakel. Und nun schaut die ganze Welt am 14., 15. und 16. Juni auf den Sonnenberg in Kriens, Luzern und wartet gebannt auf die spektakuläre Rückkehr von The Big B.

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Big B Returns