Gurzuf (BLR)
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Es ist doch immer wieder unfassbar, welch unermesslich weite Welten in einem Akkordeon wohnen. Kaum ein Klang springt einen so direkt an, hat man sich erst einmal von dumpfen Vorurteilen verabschiedet. Ein, zwei Akkorde, zärtlich geseufzt oder abgründig gestöhnt, atemlos ausgepresst oder wehmütig verweht - und man fühlt wieder etwas im kalt gewordenen Herzen. Man atmet wieder. Möchte hüpfen oder heulen oder stumm ergriffen lauschen. Das ist das Eine. Im Fall des Duos Gurzuf kommt ein Schlagzeuger hinzu, der die ohnehin schon hypnotische Wucht donnern und tosen lässt - und in ruhigen Momenten den Melodiker atmen lässt. Und wenn diese beiden grandiosen Musiker blindlings ihre instrumentalen Eruptionen spielen, so weiss man nicht recht, woher diese Musik kommt (abgesehen von ziemlich tief innen), aber man möchte gern am selben Ort aufgewachsen sein. Wer gerne Referenzen hat, der möge sich sonstwas vorstellen, vielleicht, Béla Bartok hätte das Herz Hans Hasslers, den Zorn einer baskischen Punkband und die Wehmut Mich Gerbers, coverte die erste Zita-Swoon-Platte und liesse eine weissrussische Volkstanzgruppe dazu Stummfilme drehen. Vielleicht so, nur weniger grotesk. Mehr ist nicht zu sagen. Ausser: Was Musik für Puppentheater in einem Land mit kyrillischer Schrift gemacht hat, das muss ein feines Duo mit grossem Gemüt sein. |
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| Christov Rolla |
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