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Das Jahr der B-Seite

bs-loveEin Grund, wieso es das B-SIDES Festival überhaupt gibt, ist die Überzeugung, dass es Bestrebungen geben muss, welche die Aufmerksamkeit auf das Authentische und das Wahrhaftige lenken. Dass es Versuche braucht, die Menschen aus ihren vorgefertigten Bahnen zu reissen und sie dazu anzuhalten, zweimal hinzusehen, nachzudenken und immer weiterzusuchen. Wachküssen oder Hilfeleistung zum ganz persönlichen Frühlingserwachen könnte man das auch nennen. Das B-SIDES Festival fühlt sich allein durch seinen Namen schon dazu verpflichtet. Denn die B-Seite gehört den getriebenen Künstlerinnen und Künstler: Da dürfen sie sich selber sein, etwas riskieren und auch Fehler machen.

Weil es genau das mehr braucht, ernennt das B-SIDES Festival das Jahr 2009 zum Jahr der B-Seite und dieses Jubeljahr, diese Befreiung aus der Knechtschaft des Kommerzes wird das B-SIDES Festival mit verschiedenen Aktionen gegen Seelenloses feiern. Es wird eigens dazu eine Doppel-LP produziert, auf deren B-Seiten die Songs des ursprünglich geplanten Programms vom letzten Jahr, das leider in der Art nicht stattgefunden hat, zu finden sein werden. Die A-Seiten aber werden öffentlich, einzeln und jede auf eine andere Art zerstört. Leute werden beauftragt, Maschinen zu konstruieren, welche die A-Seiten von Schallplatten zerstören, während man die B-Seite hören kann. Es werden Plakate ausgehängt, welche die Schönheit der B-Seite preisen und die hässliche Fratze der A-Seite enthüllen. Es werden Konzerte organisiert und immer wieder Gespräche geführt. Die erste Aktion gegen Seelenloses ist die Präsentation des Festivalprogramms, welches dem Namen B-SIDES gerecht wird.

Diese Aktionen gegen Seelenloses kommen allesamt vom B-SIDES Festival. Wir hoffen aber darauf, dass sich möglichst viele Leute und Institutionen am Jahr der B-Seite beteiligen. Denn alle, die Seelenloses nicht mögen und mithelfen wollen, es von der Welt zu schaffen, können  mitmachen, indem sie Aktionen starten. Man braucht nur irgendeine Aktion und jede Menge Hingabe und Leidenschaft und dann ist man beim Jahr der B-Seite dabei.

Das B-SIDES Festival mag keine Kunst, die einzig und allein gemacht wurde, um zu gefallen. Nicht dass Kunst nicht gefallen darf. Das zu verlangen, wäre dumm. Sie darf aber nie nur aus diesem Grund entstehen. Denn dann wird sie zum blossen Produkt ohne Identität und ohne Leidenschaft, mut- und seelenlos. Wir haben das Gefühl von Seelenlosem umzingelt zu sein und darum wird das B-SIDES Festival, bis die Zeiten rosiger sind, ganz in schwarz auftreten.

Die Zeit der Kompromisse ist vorbei. Wir stehen ein, für das was wir lieben.

Es lebe die B-Seite.

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